Das Schlafen nach der Operation

Die große Operation (Speiseröhrenresektion mit Magenhochzug) hinterlässt leider Folgeschäden, welche man sein restliches Leben lang tragen muss. Einer der Gravierendsten ist, dass die Verschlussmuskulatur der Speiseröhre zum Magen fehlt.
Ich hatte eine lange Zeit nach meiner großen Operation das Problem nächtlicher Erstickungsanfälle, weil beim Liegen im Schlaf Speisereste in die Luftröhre kamen. Ich schlief mit einem, an der längeren Seite angehobenen, Lattenrost (wie im Buch Essen und Trinken nach Magenentfernung empfohlen) und stellte diesen immer höher, bis ich irgendwann bei fast 40 Grad Steigung war. So schlief ich mehr schlecht als recht und dennoch kam mir nachts der Speisebrei hoch. Ich wusste nicht mehr, was ich noch machen sollte - Etwa gleich im Sitzen schlafen?

Merkwürdigerweise konnte ich mich aber für einen Mittagsschlaf auf einem anderen Bett für 1 oder 2 Stunden fast flach hinlegen und es passierte nichts. Sogar eine Brücke kann ich machen ohne Schwierigkeiten. Daher kam mir die Idee, dass es an der Schwerkraft nicht liegen kann - der Speisebrei musste also nachts irgendwie hochgedrückt worden sein. Einer meiner mich betreuenden Ärzte, ein sehr fähiger Arzt meiner Onkologie im Krankenhaus (Dr. H.), meinte, dass, wenn der Oberkörper durch das Hochstellen unterhalb der Brusthöhe abgeknickt wird, das Zwerchfell daran beteiligt sein kann, den Speisebrei hochzudrücken.

Leider kann man die käuflichen Lattenroste aber nur in der Mitte (1/3 oder 2/3) hochstellen und so wird dann wiederum der Brustkorb mehr oder weniger abgeknickt. Also besorgte ich mir 2 Wagenheber und stellte diese unter den flachen Lattenrost am Kopfende. So bekomme ich eine durchgehende Steigung, ohne dass der Brustkorb abgeknickt wird. Unten am Lattenrost habe ich 3 L-Profile angebracht, damit die Matratze nicht herunterrutschen kann. Seitdem schlafe ich nun mit dem ganzen Körper im Neigungswinkel von nur noch ca. 15 Grad (plus 1 oder 2 Kissen unter dem Kopf) und das Problem ist seitdem selten aufgetreten. Nebenbei hat diese Art zu Liegen den Vorteil, dass man sich nachts auch mal auf die Seite drehen kann - was nicht geht, wenn man mit dem Hintern in einer Kuhle liegt.

Mein Onkologe meinte auch, dass ein Neigungs(Steigungs) winkel von 10-15 Grad empfohlen sei für Betroffene dieser Operation. Die Umfrage auf meiner Webseite bestätigt, dass die meisten betroffenen Menschen einen Steigungswinkel von 15 Grad bevorzugen, sodass dieser Wert schon einmal einen Anhaltspunkt (für Jeden, der noch ausprobiert) sein kann.

29. März 2011