Chemotherapie - Ja oder Nein?

Von meiner Seite eine ganz klare Empfehlung: JA !!!
Nachdem sich die begleitende Chemotherapie in den letzten Jahren immer mehr durchgesetzt hat hört man seit einiger Zeit wieder von neuen Studien, nach welchen eine begleitende Chemotherapie zur Operation nichts bringen soll. Die mir bekannten Studien sprechen klar für eine begleitende Chemotherapie - besonders für die neoadjuvante Chemotherapie vor der Operation.

Auch wenn genaue Untersuchungen bei der Diagnose des Speiseröhrenkrebs keinen Nachweis von Lympfknotenstreuung oder Metastasen erbringen bedeutet dies noch lange nicht, dass der Körper krebsfrei ist. Es können dennoch unbemerkt Krebszellen im Körper unterwegs sein oder sich Mikrometastasen etabliert haben, welche man bei den Untersuchungen noch nicht sehen konnte. Womit kann man diese "Ausreisser" noch erwischen, wenn man lediglich den Primärtumor entfernt und auf eine Chemotherapie verzichtet?

Sicher sind Hochdosischemotherapien, wie ich sie erhalten habe, sehr belastend für den Körper. Da ich zum Zeitpunkt der Therapie in einem guten körperlichen Zustand und noch relativ jung war, hatte ich mich dafür entschieden. In Absprache mit meinem Führungsarzt Dr. A hatte ich darüberhinaus noch einen zusätzlichen Zyklus der Hochdosischemotherapie vor meiner Operation drangehängt. Nach der Operation hatte ich nochmals einige Zyklen Chemotherapien gemacht, um ganz sicher zu gehen. Es waren schwere Zeiten für mich und meine Angehörigen, in welchen mir manchmal Zweifel kamen, ob ich auch das Richtige mache.

Jetzt bin ich glücklich, dass ich alle Chemotherapien gemacht hatte. Wenn man die Chemotherapie erst nachholt nachdem der Krebs wieder aufgetreten ist, haben Chemotherapien (nach meinem derzeitigen Kenntnisstand) nur noch palliativen Charakter. Eine zweite Chance gibt es bei dieser Erkrankung leider nicht!

29. März 2011